Novo Nordisk beugt Eis- und Kondensatbildung im automatisierten Warenlager vor

Novo Nordisk ist ein weltweit führender Hersteller von Insulinprodukten zur Behandlung von Diabetes sowie von Systemen zur Insulindosierung. Für Novo arbeiten 26.000 Angestellte, fast 50% davon sind in Novos Heimatland Dänemark beschäftigt. Die Produkte sind in 180 Ländern vertreten. 

Expansion verlangte neue Denkweisen 

Bei Novo Nordisk in Dänemark werden Rohstoffe und Bulk-Insulin für den Weitertransport ins Ausland gelagert. Erst kürzlich mussten die Lagermöglichkeiten ausgebaut werden, damit viermal so viel Insulin in einem Kühlraum bei -20˚C gelagert werden kann. Beim bestehenden Lager mussten die Angestellten bisher immer in den Kühlraum gehen, um die kleinen 2 Kilo schweren Behälter mit Bulk-Insulin manuell herauszuholen – eine kalte und unangenehme Aufgabe. 

Tonny Tesdorph Sørensen, Projektleiter, war verantwortlich für die Erweiterung und da die technischen Bedingungen sehr begrenzt waren, musste er eine kreative Lösung finden. Novo Nordisk A/S suchte nach einem automatisierten Lagersystem, aber musste erkennen, dass so ein System noch nie für den Gebrauch in gekühlten Lager- oder Kühlräumen entwickelt wurde.

 

Zusammen mit den Partnern Søborg Køl Aps (Skandinaviens größtem Zulieferer von automatisierter Warenlagerausstattung) und Munters wurde ein komplett neues Warenlagersystem entwickelt. Die drei Unternehmen entwarfen ein System, dass auf einem vertikalen Liftsystem basiert. Da der Platz für dieses System nur sehr begrenzt war, hob man den Boden aus. Der Lift fährt nun bis auf eine Tiefe von 1,2 m unter Bodenhöhe. Die Temperatur im System und im Lagerraum dahinter wird konstant bei -20˚C gehalten. Bevor die Rohstoffe zu Fabriken auf der ganzen Welt verschifft werden, verpackt man die Behälter auf Paletten mit Trockeneis, damit die hohe Produktqualität während des Transportes gewährleistet werden kann. Der Lift selbst kann mehr als 9.000 Plastikbehälter enthalten, die jeweils mit 2 kg Bulk-Insulin gefüllt sind. Hinter dem Liftsystem bilden 120 Paletten einen Zwischenspeicher.

 

Wenn Angestellte Produkte aus dem Lager holen müssen, geben sie bei einem digitalen Anzeigegerät auf der Vorderseite der Tür nur noch einen Code für das entsprechende Produkt ein. Die Schiebetür auf der Vorderseite des Lifts öffnet sich und die Produkte werden geliefert. Somit werden sie aus dem kalten Lager mit -20˚C, in den Verpackungsraum mit +20˚C befördert, ohne dass einer der Mitarbeiter das Lager betreten muss. Auf Grund der großen Temperaturunterschiede bei der Öffnung des Liftsystems, wo sich die Insulinbehälter während des Transportes befinden, würde die Kondensation einen starken Eisansatz hervorrufen. Die Eisansätze würden nicht nur an den Produkten auftreten, sondern auch beim Aufzugssystem und den Zahnrädern, die von Eis bedeckt würden und eine Fehlfunktion innerhalb kürzester Zeit auslösen würden. 

Kein Liftsystem ohne Luftentfeuchtung möglich 

Von Anfang an war klar, dass die Luftentfeuchtung entscheidend für das Funktionieren des Systems sein würde. Zwei Munters Luftentfeuchter ML690 wurden über dem Lager installiert. Einer der Luftentfeuchter versorgt das Innere des vertikalen Liftsystems mit trockener Luft, wo zwei Ventilatoren die trockene Luft gleichmäßig verteilen. Ein leichter Überdruck verhindert, dass Umgebungsluft in das Liftsystem eindringt. Innerhalb des Liftsystems wurden alle Luftführungsanlagen speziell dafür entworfen und aus Edelstahl mit eingebauten LED-Leuchten hergestellt. Der andere Luftentfeuchter ML690 versorgt den Eingang des Lagers mit trockener Luft. Trockene Luft wird in die Schleuse geblasen, die eine Kondensation verhindert, wenn die Tür während des Transportes der Waren ins Lager geöffnet wird. Ohne die Luftentfeuchtung würde es durch den Eisansatz zu Problemen wie rutschige Fußböden, Nebel, Eis auf den Produkten, Wänden und Decken kommen, die eine regelmäßige Enteisung notwendig machen würden. Die zwei Luftentfeuchter ML690 funktionieren durch Sensoren gesteuert, um den Taupunkt bei -20˚C oder kälter beizubehalten und sollen sicherstellen, dass der Wasseranteil in der Luft so gering ist, dass keine Kondensation auftritt.

 

Novo Nordisk A/S war positiv überrascht. Nicht nur wegen der kurzen Zeit, die man zur Entwicklung und Installation des kompletten Systems benötigt hat, sondern auch wegen des großen Vorteils, der sich daraus ergibt. Die Angestellten wissen das in besonderem Maße zu würdigen, da sie nicht mehr in den Kühlraum müssen. Sicherheitsprobleme wie feuchte und rutschige Fußböden werden vermieden und der Abholungsvorgang an sich spart Zeit ein.

 

Preis für innovatives Denken 

Tonny Tesdorph Sørensen wurde mit dem „Novo Nordisk Occupational Health & Safety Award 2007“ (Novo Nordisk Preis für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2007) ausgezeichnet. Er erhielt diesen Preis für seine Projektinnovation und seine Überlegungen zur Arbeitserleichterung und Sicherheit der Mitarbeiter. „Dieses Projekt ist ein großer Erfolg und wir erwarten, dass es von unseren anderen Lagereinrichtungen weltweit übernommen wird, die aus dieser Erfahrung nur einen Vorteil erzielen können. Wie effektiv die Luftentfeuchtung arbeitet, wurde eindeutig während des Aufbaus des Liftsystems demonstriert. Einige Fehler wurden gemacht und der Fußboden war von Wasser bedeckt, das wir sofort beseitigen mussten. Munters empfahl uns die beiden Luftentfeuchter anzuschalten und am nächsten Morgen, als die Reinigungsfirma ankam, um das Wasser zu entfernen, war alles schon weg! Überzeugend.“       

Luftentfeuchtung garantiert:

* Optimale Bedingungen zur Lagerung von hochwertigem Bulk-Insulin

* Kein Kondensat auf den Produkten aus den gekühlten Lagern

* Angenehmes und sicheres Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter  

* Optimale Bedingungen für die Leistung des Kühlungssystems  

* Keine Enteisung des Verdampfers erforderlich